Um eine anständige Zeitschrift zu machen, muß man genügend abgedrehte Leute versammeln, die sich überhaupt nicht scheuen, das zu schreiben, was jemand anderes vielleicht nicht veröffentlichen würde. Um eine anständige Zeitschrift zu machen, müssen dies ganz unterschiedliche Leute tun, verschieden von der Sprache, der Hautfarbe, dem Alter und wer weiß wovon noch …
     Bora Ćosić

Das Schreibheft, 1977 aus einer Schreibwerkstatt der Essener Volkshochschule hervorgegangen, wird seit 1982 von Norbert Wehr in Essen herausgegeben. Es gilt als eine der führenden Literaturzeitschriften im deutschsprachigen Raum.
   Es wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u.a. dem Hermann-Hesse-Preis, dem Alfred-Kerr-Preis, dem Anerkennungspreis zum Kurt-Wolff-Preis und dem Literaturpreis Ruhr. Im Jahr 1998 erschien ein fünfbändiger Reprint im Verlag Zweitausendeins (eine Auszeichnung, die vorher nur Der Fackel von Karl Kraus, der Sammlung von Klaus Mann, Texte und Zeichen von Alfred Andersch, Sinn und Form von Peter Huchel und Akzente von Hans Bender und Michael Krüger zuteil geworden war).
   Das von Norbert Wehr entwickelte redaktionelle Konzept der Zeitschrift besteht darin, einen Gegenstand - sei es ein Autor, ein Buch, eine literarische Gruppe, sei es die Literatur einer Sprache - in Schwerpunkt-Dossiers zu facettieren und möglichst viele O-Töne literarischer, biographischer, übersetzerischer oder wissenschaftlicher Auseinandersetzung zu versammeln.
   Keine Potpourries sollen so entstehen, keine Additionen guter und wichtiger Texte - Anspruch ist vielmehr, ein Gespräch zwischen Schriftstellern, ihren Büchern und Konzepten zu inszenieren sowie geistesverwandtschaftliche Echo-Räume und kommunizierende Röhrensysteme herzustellen.
   Mit diesem Anspruch hat das Schreibheft avancierte Literaturkonzepte in internationalen Literaturen aufzuspüren versucht, das heißt: es hat ausgedehnte Streifzüge durch die Literaturen Frankreichs, US-Amerikas und der ehemaligen Sowjetunion unternommen, hat Dossiers zu einzelnen Autoren zusammengestellt, Louis-Ferdinand Céline zum Beispiel, oder Malcolm Lowry, Hubert Fichte, Bora Ćosić, Danilo Kiš, James Hamilton Paterson, William H. Gass, Birgit Kempker, Richard Powers, Jan Kjaerstad, A.F.TH. van der Heijden, Willem Frederik Hermans, Zygmunt Haupt, Mário de Sá-Carneiro, Daniil Charms, Ghérasim Luca, Helmut Heißenbüttel, Ezra Pound, Hugo Claus, Pier Paolo Pasolini, Robert Duncan, Inger Christensen, Béla Hamvas, Jonas Mekas, Thomas Kling, Charles Olson, Isidore Isou, Konrad Bayer, Pierre Guyotat, Clarice Lispector, Henry James / Robert Louis Stevenson, Nescio, Charles Reznikoff, Roberto Bolano, Raymond Roussel, Robert Desnos, Raoul Hausmann, Boris Lurie, Louis Wolfson, Mikhl Likht, J.J. Voskuil, István Kemény, Patrick Deville, Joshua Cohen und Andrej Bitow, hat sich früh für die Literaturen kleiner Länder interessiert (der niederländischen, belgischen, dänischen, norwegischen, der polnischen, kroatischen und serbischen beispielsweise) und hat immer wieder an Autoren erinnert, die an der Schwelle der Moderne standen und wegweisend waren für heute schreibende Schriftsteller.

Ina Hartwig
Bloß keine offenen Türen einrennen
Seit 30 Jahren existiert die entdeckerfreudige Literaturzeitschrift Schreibheft.
Das ist schön und ein Grund, den Herausgeber Norbert Wehr zu treffen
In: Frankfurter Rundschau, 24. April 2007
lesen ...

Annette Brockhoff
Das Schreibheft. Gebrauchsanweisung
Zwei Essays
lesen ...

Maren Jäger
Norbert Wehrs Schreibheft
Ein literarisches Fernlicht aus dem Ruhrgebiet
lesen ...

Um eine anständige Zeitschrift zu machen, muß man genügend abgedrehte Leute versammeln, die sich überhaupt nicht scheuen, das zu schreiben, was jemand anderes vielleicht nicht veröffentlichen würde. Um eine anständige Zeitschrift zu machen, müssen dies ganz unterschiedliche Leute tun, verschieden von der Sprache, der Hautfarbe, dem Alter und wer weiß wovon noch …
     Bora Ćosić

Das Schreibheft, 1977 aus einer Schreibwerkstatt der Essener Volkshochschule hervorgegangen, wird seit 1982 von Norbert Wehr in Essen herausgegeben. Es gilt als eine der führenden Literaturzeitschriften im deutschsprachigen Raum.
   Es wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u.a. dem Hermann-Hesse-Preis, dem Alfred-Kerr-Preis, dem Anerkennungspreis zum Kurt-Wolff-Preis und dem Literaturpreis Ruhr. Im Jahr 1998 erschien ein fünfbändiger Reprint im Verlag Zweitausendeins (eine Auszeichnung, die vorher nur Der Fackel von Karl Kraus, der Sammlung von Klaus Mann, Texte und Zeichen von Alfred Andersch, Sinn und Form von Peter Huchel und Akzente von Hans Bender und Michael Krüger zuteil geworden war).
   Das von Norbert Wehr entwickelte redaktionelle Konzept der Zeitschrift besteht darin, einen Gegenstand - sei es ein Autor, ein Buch, eine literarische Gruppe, sei es die Literatur einer Sprache - in Schwerpunkt-Dossiers zu facettieren und möglichst viele O-Töne literarischer, biographischer, übersetzerischer oder wissenschaftlicher Auseinandersetzung zu versammeln.
   Keine Potpourries sollen so entstehen, keine Additionen guter und wichtiger Texte - Anspruch ist vielmehr, ein Gespräch zwischen Schriftstellern, ihren Büchern und Konzepten zu inszenieren sowie geistesverwandtschaftliche Echo-Räume und kommunizierende Röhrensysteme herzustellen.
   Mit diesem Anspruch hat das Schreibheft avancierte Literaturkonzepte in internationalen Literaturen aufzuspüren versucht, das heißt: es hat ausgedehnte Streifzüge durch die Literaturen Frankreichs, US-Amerikas und der ehemaligen Sowjetunion unternommen, hat Dossiers zu einzelnen Autoren zusammengestellt, Louis-Ferdinand Céline zum Beispiel, oder Malcolm Lowry, Hubert Fichte, Bora Ćosić, Danilo Kiš, James Hamilton Paterson, William H. Gass, Birgit Kempker, Richard Powers, Jan Kjaerstad, A.F.TH. van der Heijden, Willem Frederik Hermans, Zygmunt Haupt, Mário de Sá-Carneiro, Daniil Charms, Ghérasim Luca, Helmut Heißenbüttel, Ezra Pound, Hugo Claus, Pier Paolo Pasolini, Robert Duncan, Inger Christensen, Béla Hamvas, Jonas Mekas, Thomas Kling, Charles Olson, Isidore Isou, Konrad Bayer, Pierre Guyotat, Clarice Lispector, Henry James / Robert Louis Stevenson, Nescio, Charles Reznikoff, Roberto Bolano, Raymond Roussel, Robert Desnos, Raoul Hausmann, Boris Lurie, Louis Wolfson, Mikhl Likht, J.J. Voskuil, István Kemény, Patrick Deville, Joshua Cohen und Andrej Bitow, hat sich früh für die Literaturen kleiner Länder interessiert (der niederländischen, belgischen, dänischen, norwegischen, der polnischen, kroatischen und serbischen beispielsweise) und hat immer wieder an Autoren erinnert, die an der Schwelle der Moderne standen und wegweisend waren für heute schreibende Schriftsteller.

Ina Hartwig
Bloß keine offenen Türen einrennen
Seit 30 Jahren existiert die entdeckerfreudige Literaturzeitschrift Schreibheft. Das ist schön und ein Grund, den Herausgeber Norbert Wehr zu treffen
In: Frankfurter Rundschau, 24. April 2007
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Ein literarisches Fernlicht aus dem Ruhrgebiet
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